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DAS WEIB DES PHARAO (The Loves of Pharaoh)

Produktion: Ernst Lubitsch-Film GmbH, für Europäische Film-Allianz GmbH, Germany
Regie: Ernst Lubitsch
Drehbuchautoren: Norbert Falk, Hanns Kräly
Originalmusik: Eduard Künneke
Kamera: Theodor Sparkuhl, Alfred Hansen
Bauten/Dekorationsbau: Ernst Stern, Kurt Richter
Kostüme: Ernst Stern, Ali Hubert, Ernö Metzner
Besetzung:
Emil Jannings (Pharao Amenes)
Dagny Servaes (Theonis)
Harry Liedtke (Ramphis)
Paul Wegener (Samlak)
Lyda Salmonova (Makeda)
Paul Biensfeldt (Menon)
Friedrich Kühne (Oberpriester)
Albert Bassermann (Sothis)
Premiere: 21.2.1922 (Criterion, New York), 14.3.1922 (Ufa-Palast am Zoo, Berlin)
Filmlänge: 2,246 m (2011 restored version) - Format: 35mm - 1.33:1 - Farbe: Schwarzweiss (viragiert)


Synopsis
Was als politischer Schachzug geplant war, endet in Liebeshändel. Statt für Makeda interessiert sich der alte Pharao für ihre schöne Sklavin Theonis, die sich längst in den jungen Ägypter Ramphis verliebt hat. Der enttäuschte Samlak erklärt daraufhin Amenes den Krieg. Der Pharao unterliegt und stirbt, aber nur scheinbar, und so ist das Glück von Theonis und Ramphis auch nur von begrenzter Dauer …

Filmfotos


Abweichungen der italienischen, russischen und amerikanischen Version gegenüber der deutschen Originalfassung
Auffällig waren die unterschiedlichen Schnittfassungen, die wohl seinerzeit aus unterschiedlichen Motivationen der jeweiligen Länder gefertigt wurden. Die russische Fassung zeigt den Pharao Amenes ausschließlich als Tyrann und Herrscher, hart und despotisch. Die italienische Fassung hingegen betont deutlich den verliebten, geradezu ‚liebeskranken’ und damit verletzlichen Pharao, einen Herrscher der seine Macht verspielt über die Liebe zu einer hübschen griechischen Sklavin. Diese Form der Darstellung muß in Russland als nicht tragbar verworfen worden sein, so konsequent wurde dieser Teil des Films dort entfernt.

In der amerikanischen Version hingegen endet der Film mit Raphis' Krönung und dem glücklichen Bund zwischen ihm und Theonis. Die Rückkehr des Pharao und die darauffolgende Katastrophe wird weggelassen, um dem Geschmack des amerikanischen Publikums das ein Happy End erwartete zu dienen.

Die Stars

ERNST LUBITSCH (REGIE)
*29.01.1892, Berlin; ; †30.11.1947, Los Angeles


Ernst Lubitsch, geboren 1892, begann seine berufliche Laufbahn 1911 als Kleindarsteller an Max Reinhardts Deutschem Theater, seine erste Filmrolle hatte er in Carl Wilhelms Komödie Der Stolz der Firma. 1914 inszenierte er seinen ersten Film, bei dem er zugleich die Hauptrolle übernimmt: Fräulein Seifenschaum. Ab 1918 Zusammenarbeit mit Pola Negri und Emil Jannings mit Die Augen der Mumie Ma, einem „dramatischen Großfilm“. Im gleichen Jahr entsteht mit Madame Dubarry Lubitschs erster Historienfilm; mit Sumurun, Anna Boleyn und Das Weib des Pharao setzte er seine Historienfilme fort. - Ab 1923 lebte Lubitsch in der USA; in den ersten drei Jahren arbeitete er für Warner Bros und inszeniert 5 Filme, darunter The Marriage Circle, Lady Windermere's Fan. Der „Lubitsch-Touch“, entwickelt sich. Ab 1928 war er bei Paramount unter Vertrag, im ersten Film für diese Produktionsfirma, The Patriot, spielt sein alter Star Emil Jannings die Hauptrolle. Es folgten Film-Operetten, wie The Love Parade, Monte Carlo, The Smiling Lieutenant.
Im Januar 1935 wurde Lubitsch von der NS-Regierung die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. In den nächsten Jahren entstanden seine größten Erfolgsfilme wie Angel mit Marlene Dietrich (1937), Bluebeard's Eighth Wife mit Claudette Colbert (1938), Ninotchka mit Greta Garbo (1939) und To Be Or Not To Be (1942). Für die Twentieth Century Fox inszenierte er Heaven Can Wait. Am 13. März 1947 erhielt er einen Special-Oscar „for his distinguished contributions to the art of motion picture“. Seinen letzten Film That Lady In Ermine konnte er nicht vollenden, Otto Preminger führte ihn zuende. Ernst Lubitsch starb am 30. 11. 1947 in Hollywood und wurde auf dem Friedhof Forrest Lawn beigesetzt.

EMIL JANNINGS (PHARAO AMENES)
*23.07.1884 Rorschach/CH; †02.01.1950 Strobl am Wolfgangsee

Jannings unterzeichnete 1915 einen Vertrag mit dem Deutschen Theater in Berlin und profilierte sich dort unter der Regie von Max Reinhardt als Charakterdarsteller. Ab 1919 begann Jannings große Filmkarriere. Er drehte eine Reihe von Historiendramen, bei denen häufig Ernst Lubitsch Regie führte und Pola Negri die weibliche Hauptrolle spielte, so in Die Augen der Mumie Ma und vor allem, Madame Dubarry.

Darüber hinaus gewann Jannings Anerkennung, indem er bekannte Bühnencharaktere wie Othello, Tartüffe oder Danton verkörperte. Jannings gewann 1929 als erster Schauspieler einen Oscar für seine Darstellung in den beiden Filmen The Way of All Flesh und Sein letzter Befehl.

Aber mit dem Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm änderte sich der Publikumsgeschmack rapide, und Jannings eher exaltierte Darstellungsweise wurde rasch als veraltet angesehen. Daher kehrte er noch Mitte des Jahres nach Deutschland zurück.

HARRY LIEDTKE (RAMPHIS)
*12.10.1882 Königsberg; †28.04.1945 Bad Saarow-Pieskow

Die Begegnung mit Hans Oberländer, dem Königlichen Theaterintendanten in Berlin, veranlasste Liedtke Schauspielunterricht zu nehmen. Kurze Zeit später hatte er bereits sein erstes Engagement im Stadttheater Freiberg. Harry Liedtke hatte 1912 seine erste Rolle im Film Die Rache ist Mein. Ab 1916 trat er in den Detektiv-Abenteuerreihen Stuart Webbs und Joe Deebs von Joe May auf.

Mit Ernst Lubitsch entwickelte sich eine häufige Zusammenarbeit: Das fidele Gefängnis (1917), Die Augen der Mumie Ma (1918), Carmen (1918), Die Austernprinzessin (1919), Madame Dubarry (1919), Sumurun (1920) und Das Weib des Pharao (1921).

DAGNY SERVAES (THEONIS) *10.03.1894, Berlin; †10.07.1961, Wien
Die Schauspielerin Dagny Servaes begann ihre Filmlaufbahn Mitte der 1910er Jahre mit Stein unter Steinen (1916). Schon 6 Jahre später spielte sie in einer der größten Filmproduktionen des Jahres Das Weib des Pharao die Titelrolle und man prophezeite ihr eine so große Karriere wie Pola Negri. In den 1920er Jahren sah man Dagny Servaes in weiteren namhaften Filmproduktionen wie Hoffmanns Erzählungen (1923), Oberst Redl (1925) oder Die Weber (1927). Ihre Popularität war auch im Tonfilm ungebrochen und sie wirkte bis 1951 in zahlreichen deutschen und österreichischen Filmen mit.
PAUL WEGENER (KING SAMLAK)
* 11. 12. 1874; † 13. 09 1948, Berlin


Paul Wegener gehört zu den bekanntesten Schauspielern der deutschen Theater- und Filmgeschichte. Er nimmt als einer der ersten etablierten Theaterkünstler das neue Medium Film überaus ernst. In den Frühtagen des Kinos schafft er mit Der Student von Prag (1913) und Der Golem, wie er auf die Welt kam (1920) Meilensteine der Filmkunst. Der Schauspieler war auch international berühmt und wirkte 1928 kurz in Hollywood. Paul Wegener war fünfmal verheiratet, unter anderem auch mit Lyda Salmonova mit der er einen gemeinsamen Auftritt in Das Weib des Pharao hatte. Paul Wegener starb in 1948 in Berlin.

Dreharbeiten

Das Weib des Pharao wurde - anders als die meisten Filme der Zeit in Deutschland - im Freien gedreht, unmittelbar am Stadtrand von Berlin-Steglitz, einer Gegend die als „rauhe Berge“ bekannt war. Dort wurden für den Film Bauten in Originalgröße errichtet, eine Sphinx und ein ägyptischer Palast ebenso wie eine kleine Stadt und königliche Gärten.

Besonders waren auch die Nachtszenen des Films, welche tatsächlich bei völliger Dunkelheit gedreht wurden. Lubitsch setzte dafür erstmalig extrem lichtstarke Scheinwerfer ein, sonst nur in der militärischen Nutzung bekannt (Flakscheinwerfer). Der damit erzielte Nacht-Eindruck resultiert in einem damals nicht bekannten „Look“ für die Nachtaufnahmen. Die Schlachten der Ägypter gegen die Äthiopier wurden u.a. vom Ballon aus gedreht, bis zu zwölf Kameras gleichzeitig filmten die Massenszenen, in denen Tausende von Statisten und Dutzende Pferde und Streitwagen eingesetzt waren.

Insgesamt gehört der Film zu den größten deutschen Produktionen der Stummfilmzeit, war 1921 der teuerste Film bis dahin gewesen; Premiere hatte Das Weib des Pharao zuerst am 21.02.1922 in New York, dann im Berliner Ufa-Palast am 14.03.1922.


Originalunterlagen und Werbematerial

Auszug aus dem Drehbuch von Lyda Salmonova (Makeda). Makeda bereitet sich auf ihren Empfang bei Pharao Amenes vor. Die handgeschriebene Anmerkung von Salmonova bezieht sich auf ihr Kostüm: 'Rotes Kleid; ohne Schmuck, ohne Mantel''

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Original Plakate

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Ankündigung auf Glassplatte für Das Weib des Pharao (The Loves of Pharao)

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Screen Review Das Weib des Pharao (The Loves of Pharaoh) New York Times, 5.3.1922.



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